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: Der Regisseur und die Liebe
Interview mit Dieter WedelDer Regisseur und die LiebeVon Annika WindIn Köln präsentierte Dieter Wedel seinen Scheidungsfilm "Papa und Mama", der Anfang Januar im ZDF gesendet wird. Der Fernsehregisseur sprach mit uns über Trennungen, neue Gesichter im Fernsehen und die eine, große Liebe.
Dieter Wedel spielt nicht selten sich selbst. Hier eine Szene aus "Papa und Mama", zu sehen am 2. und 4. Januar 06 im ZDF. Foto: ZDF Bilderdienst
Dieter Wedel glaubt an die große Liebe. An die eine, wahre Beziehung, die durch Höhen und Tiefen geht und dennoch beständig bleibt. Das jedenfalls beteuert der Regisseur großer Fernsehfilme, als er in Köln sein neuestes Werk präsentiert. "Papa und Mama" heißt der Zweiteiler, den das ZDF Anfang Januar auf die Bildschirme bringt. Ein eindrucksvolles und dichtes Porträt über Trennungen, die eng mit Wedels eigener Biographie verbunden sind. „Meine Filme haben immer auch mit mir selbst zu tun“, sagt der Regisseur, der sechs Kinder von verschiedenen Frauen hat und selbst nie heiratete. Gelassen sitzt der 63–Jährige bei einer Tasse Kaffee im Kölner Filmhaus und schwärmt. Von seiner Besetzung, dem Stoff seines Films und die Zusammenarbeit mit dem ZDF. Zu Recht: „Papa und Mama“ ist ein eindrucksvolles Ehedrama, ein Scheidungsfilm über verletzte Gefühle und neue Hoffnungen. Nach „Königsdramen“, wie Wedel seine Kiezgeschichte „Der König von St. Pauli“ (1998) oder die Gesellschaftssatire „Die Affäre Semmeling“ (2001) nennt, sei es nun Zeit für einen Film über normale Menschen gewesen. In „Papa und Mama“ beweist der Regisseur wieder einmal sein Talent als großartiger Geschichtenerzähler. In unterschiedlichen Varianten geht um das Thema Scheidung: Fritz Karl spielt einen renommierten Anwalt für Familienrecht, dessen mustergültige Ehe unerwartet aus dem Ruder gerät. Daneben geht es um die Geschichte eines älteren Ehepaars (Peter Weck und Gisela Schneeberger), das sich nach gemeinsamen Jahrzehnten trennt, die Tragödie eines Mannes, der seine Exfrau erschlägt, aber auch um die Anfänge unterschiedlicher Liebesbeziehungen, die ausgerechnet im Chaos der Gefühle entstehen. Das Besondere: Im Gegensatz zu Scheidungsdramen wie Robert Bentons „Kramer gegen Kramer“ sind es die Kinder der zerrütteten Ehepartner, die hier zu Wort kommen. Ob aus Sicht des siebenjährigen Philipp (Wolf-Niklas Schykowski), aus dem Blickwinkel der jungen Julia (Anna Hausburg) oder des Rechtsreferendars Thomas (Maximilian Brückner), der mit 27 Jahren ansehen muss, wie seine Familie zerfällt: Für alle Kinder ist und bleibt die Scheidung der Eltern ein Bruch mit eigenen Vorstellungen und Idealen. Im Vorfeld der Dreharbeiten hatte Wedel nicht nur mit Richtern und Rechtsanwälten über das Thema Scheidungen gesprochen, sondern auch mit deren Ehefrauen. „Trennungen haben eigentlich nie mit Seitensprüngen oder neuen Lieben zu tun“, so der Regisseur. Vielmehr habe er in seinem Film die gestörte Kommunikation unter den Ehepartner zeigen wollen, die Unfähigkeit, wirklich miteinander zu reden. Herausgekommen sind intelligent ineinander verwobene, aber auch unterhaltsame Beziehungsgeschichten, für die Wedel Theaterschauspieler, aber auch bekannte Fernsehgesichter vor die Kamera holte. So sind selbst die Nebenrollen mit Eva Habermann, Ernst Jacobi, Barbara Becker, Eva Hassmann, Heinz Hoenig und André Eisermann prominent besetzt. Neben bewährten Schauspielern wie Peter Weck glänzen vor allem Silke Bodenbender, die zurzeit am Düsseldorfer Schauspielhaus spielt, und der Österreicher Fritz Karl in den Hauptrollen. Vor allem Maximilian Brückner, der zuletzt in Thomas Durchschlags Kinodebüt "Allein" zu sehen war, hat es Wedel angetan. „Er ist eine riesige Ausnahmeerscheinung“. Das besondere an Brückner sei, dass er die Fähigkeit habe, zu lächeln und trotzdem etwas Trauriges zu behalten. Bewusst hat Wedel ein versöhnliches Ende inszeniert. „Ich wollte zeigen, dass es neben allen Verletzungen auch immer Hoffnung gibt“. So endet „Papa und Mama“ in einer fast unerträglich harmonischen Schlussszene auf Mallorca, die Wedel zum Teil auf seinem eigenen Anwesen drehen ließ. Trotz zahlreicher Trennungen, die der Regisseur selbst durchgemacht hat, würde er auch heute noch vor den Traualtar treten. „Jeder von uns hat Angst davor, dass die eigene Liebe stirbt“, sagt er über seinen Stoff und fügt lächelnd hinzu: „Das gute an meinem Beruf ist, solche Ängste im Film zu bewältigen.“
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Marion Rödig | 03.01.06 12:09 Uhr
Einer der besten Filme der letzten Jahre!!! |
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